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Thema: Nachhaltiges Bauen

Der Versuch einer kurzen Übersicht...

"Bauen" ist ein komplexes Thema, dass aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden will. Es beginnt bei dem Bedarf an Wohnraum, der regional sehr unterschiedlich ist und endet nicht mit der Auswahl von Baustoffen...

Wir zäumen das Pferd mal von hinten auf, denn aus grüner oder nachhaltiger Sicht, geht es beim Bauen in erster Linie um Ressorurcenverbrauch.

Die wichtigsten Ressourcen, um die es beim Bauen geht sind:

  • der Landschaftsverbrauch, der weitgehend mit Versiegelung einhergeht,
  • die Baumaterialien und deren Gewinnung,
  • die Energiebilanz des Gebäudes der laufenden Nutzung.

Der Landschaftsverbrauch = Bodenversiegelung
Nach jüngsten Angaben des Umweltbundesamts sind etwa 46 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt, das heißt bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt. Damit gehen wichtige Bodenfunktionen, vor allem die Wasserdurchlässigkeit und die Bodenfruchtbarkeit, verloren. Mit der Ausweitung der Siedlungs- und Verkehrsflächen nimmt auch die Bodenversiegelung zu. Versiegelte Flächen gehen langfristig, meist endgültig für andere Nutzungen verloren. Die Zunahme der Bodenversiegelung betrug zwischen 1992 und 2011 jährlich im Durchschnitt 158 km², einer Fläche entsprechend in etwa der Stadt Freiburg. Ende 2011 waren 6,2 % der Fläche in Deutschland versiegelt. ► Umweltbundesamt / Bodenversiegelung.

 

Die Baumaterialien

Bei der Auswahl der Baumaterialien werden die meisten Bauherren oder späteren Immobilienbesitzer vor vollendete Tatsachen gestellt, da oft Bauträger "schlüsselfertig" liefern und vermarkten, wenn die Planungen weitestgehend abgeschlossen sind. Nur selten gibt es Vorgaben der Bauherren. Hier gilt es, dass Bundes- und Landesgesetzgebungen die Rahmenbedingungen vorgeben. 

Oft unbeachtet: Die Zementindustrie ist, wenn es ein Land wäre, nach Cina und USA der drittgrößte CO2 Emmitent der Welt. Ca. 8% aller CO2-Emmissionen gehen auf ihr Konto.  ► WWF-Broschüre Klimaschutz in der Beton- und Zementindustrie

Wer also ein Haus aus Beton und/oder gebrannten Steinen baut, sorgt somit unwillkürlich für eine hohe CO2 Belastung. Wer jedoch ein Haus aus Holz baut, spart in mehrfacher Sicht CO2 ein. Zum einen entfällt die energieintensive Herstellung des natürlich nachwachsenden Rohstoffs weg, zum anderen speichert Holz Kohlenstoff, den es während des Wachstums der Atmosphäre entzogen hat. Erst bei einer thermischen Verwertung, sprich beim Verbrennen, setzt Holz diesen Kohlenstoff in Form von CO2 wieder frei. Um Zement oder Beton kommt jedoch bei modernen Bauten kaum herum. Zumindest das Kellergeschoss, Bodenplatten, tragende Elemente oder Einfahrten sind zumeist anteilig aus diesem Universalbaustoff hergestellt.

Beton & Recycling - geht das?
JA: Beton lässt sich nach den üblichen Regelwerken ohne Abstriche in den Frisch- und Festbetoneigenschaften auch ressourcenschonend herstellen. In den klassischen im Hochbau üblichen Betonsorten dürfen nämlich bis zu 45 Vol.% Steine eingesetzt werden, die aus gebrochenem Altbeton und Mauerwerk hergestellt wurden. Nur mit diesem ressourcenschonenden Beton (R-Beton) ist bislang eine Kreislaufwirtschaft im Hochbau möglich. ► Betonrecycling in Pilotprojekten im Südwesten

Energiebilanzen von Gebäuden

Seit am 1.2.2002 die erste EnEV (Energieeinsparverordnung) in Kraft trat, gab es zahlreiche Erneuerungen. Hier die Historie und Gültigkeitszeiträume:

  • EnEV 2002 (01.02.2002 bis 07.12.2004)
  • EnEV 2004 (08.12.2004 bis 30.09.2007)
  • EnEV 2007 (01.10.2007 bis 29.04.2009)
  • EnEV 2009 (30.04.2009 bis 30.04.2014)
  • EnEV 2014 (01.05.2014 bis heute) (► Download der Leseversion)

Nach EnEV gebaute Häuser haben im Vergleich zu älteren Gebäuden deutlich geringere Energieverbräuche. Sie verbrauchen immer weniger, aber noch immer Primärenergie, zumeist aus fossilen Quellen.

Energieneutrale Häuser verbrauchen nicht mehr Energie, als sie selbst erzeugen, d.h. Anlagen zur Energiegewinnung, wie Photovoltaik oder Solarthermie gehören zur Grundausstattung.

Durch gute Dämmung und z.B. Wärmerückgewinnung beim Luftaustausch können Primär-Energie-Verbrauchswerte sogar ins "Minus" gedrückt werden. Dann spricht man von PassivHaus- oder Passivhaus-Plus-Gebäuden.

Natürlich schlagen sich Maßnahmen zur Energieeinsparung oder zur Energiegewinnung im Baupreis nieder, rechnen sich aber schon innerhalb weniger Jahre. Ganz zu schweigen von dem positiven Einfluss hinsichtlich des drohenden Klimawandels.