
Januar 2026: Plätze an weiterführenden Schulen für Budenheimer Kinder
Budenheimer GRÜNE wenden sich an Kreis für Klarheit, Transparenz und kurzfristige Lösungen
Budenheim steht vor einem ernsthaften schulpolitischen Problem. Immer mehr Eltern berichten, dass ihre Kinder bei der Wahl einer weiterführenden Schule faktisch kaum noch Chancen haben. Für die Budenheimer GRÜNEN ist klar: Hier geht es nicht um Einzelfälle, sondern um eine strukturelle Benachteiligung, die Familien verunsichert und Kinder in ihrer Bildungsbiografie bedroht.
Budenheim verfügt mit der Lennebergschule über eine Grund- und Realschule plus in gemeinsamer Trägerschaft mit der Stadt Mainz. Dieses Modell ist seit Jahren etabliert: Die jüngeren Jahrgänge werden in Budenheim unterrichtet, die älteren Klassen wechseln an den Standort Mainz-Mombach. Das in Mainz-Mombach sich noch lange im Bau befindende Gymnasium pilotiert als Schule der Zukunft innovative pädagogische Formate des selbstbestimmten Lernens. Die Schule ist damit sehr speziell im Angebot und das offene Konzept nicht für alle Kinder geeignet. Für höhere Schulabschlüsse sind Budenheimer Kinder vollständig auf Schulen in Mainz und im Landkreis angewiesen.
Genau hier spitzt sich die Lage dramatisch zu. Bei Informationsabenden an Mainzer Gymnasien hören Eltern inzwischen, die Kapazitäten seien ausgeschöpft und Budenheimer Kinder stünden „ganz hinten auf der Anmeldeliste“. Auch an weiterführenden Schulen im Kreis Mainz-Bingen sind die Aufnahmezahlen für Budenheimer Schülerinnen und Schüler stark zurückgegangen. Presseartikeln ist zu entnehmen, dass diese aus Kapazitätsgründen nicht zur Verfügung stehen. Selbst Geschwisterkinder werden teilweise nicht mehr berücksichtigt.
Für betroffene Familien ist das ein Schock. Kinder fühlen sich weder in Mainz noch im Kreis wirklich willkommen. Eltern sehen ihr Grundrecht auf Bildung und freie Schulwahl in Gefahr. Die Verunsicherung ist groß – und sie wächst mit jedem Schuljahr.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Budenheimer GRÜNEN über die GRÜNE Kreistagsfraktion mit einer umfangreichen Anfrage an Landrat Thomas Barth gewandt. Darin fragen sie unter anderem, seit wann die Kreisverwaltung diese besondere Problemlage kennt, welche Maßnahmen bislang ergriffen wurden und was konkret für eine kurzfristige Lösung zum Schuljahr 2026/2027 geplant ist. Auch wollen sie wissen, wie sich die Aufnahmezahlen Budenheimer Kinder an Ingelheimer Schulen in den letzten drei Jahren entwickelt haben und auf welcher rechtlichen Grundlage Schulen oder Verwaltungen faktisch eine sogenannte „Schülerstromlenkung“ vornehmen.
„Der Begriff Lenkung suggeriert Wahlmöglichkeiten“, so die Budenheimer GRÜNEN. „Doch wenn es real keine Alternativen gibt, wird aus Lenkung schnell Ausgrenzung.“ Besonders brisant ist dabei die Frage, ob und auf welcher rechtlichen Basis Schulen Eltern aktiv von Anmeldungen abhalten dürfen – und ob dies mit Schulträgern oder Schulaufsicht abgestimmt ist.
Für die GRÜNEN ist klar: Bildungsgerechtigkeit darf nicht an Gemeindegrenzen scheitern. Budenheimer Kinder brauchen verlässliche, faire und transparente Zugänge zu allen Formen der weiterführenden Schulen. Kurzfristige Übergangslösungen sind ebenso notwendig wie eine langfristige Schulentwicklungsplanung, die der Realität wachsender Schülerzahlen Rechnung trägt.
Die Antwort des Landrats wird zeigen, ob Kreis und Schulträger die Dringlichkeit erkannt haben. Für die Budenheimer GRÜNEN steht fest: Sie werden weiter Druck machen – damit kein Kind das Gefühl haben muss, unerwünscht zu sein.
