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Die erste Anbindungsbrücke muss saniert werden.

Eine 2. Anbindungsbrücke - doch zu welchem Preis?

Im Bild hellrot markiert die erste Anbindungsbrücke zum Industriegebiet über die Bahngleise. Es gibt noch eine zweite Straßenverbindung weit im Westen der Gemeinde, dort als Unterführung, die aber den anfallenden Verkehr nicht aufnehmen kann. Angesichts der Aktivitäten um die 2. Anbindungsbrücke gerät ein wenig in Vergessenheit, dass die Sanierung der zur Kreisstraße gehörenden 1. Anbindungsbrücke es Aufgabe des Kreis Mainz-Bingen ist. Das wird er auch tun. 2022 soll es losgehen.

So weit, so gut. 

Jedoch ist während der Sanierungsmaßnahme eine Behelfsbrücke notwendig, da die Sanierung der vorhandenen Brücke nur bei Vollsperrung geschehen kann. Und da beginnen die Schwierigkeiten. Denn so eine Behelfsbrücke kostet rund 1,2 bis 1,5 Millionen Euro. Das hat jemand zu Anfang der Planungen vor Jahren errechnet. Nun dachte man sich, wenn schon eine zweite Brücke gebaut werden muss, dann doch "richtig", und das Geld für den Behelf wird dauerhaft in eine zweite Anbindungsbrücke investiert.

So weit, so klug gedacht, aber nun wird es kompliziert:

Die erste Linienführung der 2. Anbindungsbrücke, beginnend an der Kreuzung Parkallee, von dort gerade über die Bahngleise geführt, ist aus Naturschutzgründen nicht genehmigungsfähig, weil auf der anderen Seite der Geleise ein Stück Trockenrasen mit seltenen Pflanzen nunmal als schützenswerte Fläche ausgewiesen ist. Damit begann die Suche nach einer neuen Streckenführung, an gleicher Stelle beginnend, jedoch wie ein Schwanenhals um das besagte Stück Trockenwiese herum. Die erheblich längere Streckenführung verteuert das Unterfangen deutlich. Dass dabei ein Teil des Geländes eines gewerblichen Obstanbaus in Anspruch genommen werden muss, hat einen zusätzlich sprunghaften Preiseffekt, denn lt. einem Gutachten ist der Bestand des Unternehmens durch den geplanten Eingriff gefährdet und somit wird der Erwerb des benötigten Geländes alles andere als preiswert.

Ferner müssen Ausgleichsflächen wegen der Lage im Hochwassergebiet erworben werden, und und und. Die Kosten addieren sich zuletzt (beginnend bei ursprünglich rd 5 Millionen Euro) auf 11,5 Millionen Euro, derweil der Zuschuss des Kreises bei 1,2 Millionen festgeschrieben steht.

Da es eigentliche Aufgabe des Kreises ist die alte Brücke zu sanieren und nicht die Budenheims, das angesichts der explodierenden Kosten auf Jahre hinaus keine ausgelichenen Haushalte mehr haben wird, sollte man sich wirklich überlegen, ob man von dem Projekt der zweiten Anbindungsbrücke Abstand nimmt und dem Kreis seine Aufgabe in Gänze überlässt. 

Das Problem des Kreises ist nämlich, dass man eine Behelfsbrücke ja auch irgendwohin bauen muss, wo man die Bahn queren kann. Fragt sich blos wo. Die Antwort hat man bisher weder gesucht noch gegeben. Musste man ja auch nicht, hat man doch darauf gehofft, dass Budenheim mal eben eine 2. Anbindungsbrücke baut.

Von einem Spatenstich für die 2. Anbindungsbrücke, wie es der Artikel in der AZ vom 19.1.2019 suggeriert, ist man noch einige Beschlüsse und folglich auch Zeit entfernt, wobei die notwendige Sanierung der ersten Brücke 2022 beginnen soll...

Budenheim muss sich angesichts der weniger rosigen Haushaltslage gut überlegen, wo 10 Millionen am besten angelegt sind. Viele freiwillige Leistungen, so auch Zuschüsse zu Vereinen werden darunter zu leiden haben, wird das Geld ausschließlich in ein solches Großprojekt gesteckt. Zahlreiche andere Investitionen, die schon lange anstehen, wollen finanziert werden. So sind bald die nächsten Kitas zu errichten, erneuerbare Energien sollen ausgebaut werden, das Bahnhofsumfeld wird bald neu gestaltet, das Rheinufer wartet seit Jahrzehnten auf seine Renovierung, bzw. Fortführung derselben, das Radwegekonzept verlangt Umsetzung, der Rathausumbau, weitere Straßen müssen nach und nach aus Altersgründen saniert werden, etc. pp.

 

2. Anbindungsbrücke

So sieht der geplante Schwanenhals aus... unten rechts beginnend an der Ampelanlage "Parkallee", verläuft der Brückendamm ein Stück parallel zur Bahn, quert diese dann. Im weiteren Verlauf wird die Straße auf die Mainzer Straße nördlich der Geleise zugeführt. Der Schlenker nach oben führt auf den Steinweg Richtung Kreuzer Hof. Die nördlich der Gleise gelb eingefärbte Fläche ist die besagte schützenswerte Fläche, die es zu "umschiffen" galt.