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Die Katastrophe nimmt ihren Lauf: Aktuelles Luftbild vom Lennebergwald

Der Wald ist massiv geschädigt. Der Kiefernbestand ist weitestgehend abgestorben.

Ulrike Höfken: Wir können die Klimakrise nicht wegpflanzen!

Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken startet Landesforsten-Initiative „MeinWaldKlima“ und ruft zu mehr Klimaschutz auf . Der Beginn der Herbstpflanzungen muss wegen Trockenheit verschoben werden.
„Klar ist: Wir können die Klimakrise nicht wegpflanzen! Der Einsatz der Forstleute allein reicht nicht aus – wir alle müssen für die Reduktion der waldschädigenden Treibhausgas-Emissionen der fossilen Energien wie Öl und Kohle sorgen und somit die Erderhitzung aufhalten. Denn egal, um welche Baumart es sich handelt – jeder Baum braucht Wasser“, sagt Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken am heutigen Freitag im Lennebergwald. Dort eröffnete sie die Initiative „MeinWaldKlima“ von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Die Forstleute wollen die Menschen mit Plakaten, Social-Media-Aktionen, einem Aktionsheft und einer Themenwebsite für den Schutz des Klimas und damit für den Schutz der Wälder gewinnen.
 

 

Die Auswirkungen der Erderhitzung sind landesweit in den Wäldern sichtbar. Die klimawandelbedingte Waldkrise verursachte seit 2018 bereits 9,7 Millionen Festmeter Schadholz – allein dieses Jahr mussten bisher schon 5 Millionen Bäume notgeerntet werden. „Das sind mehr Bäume als wir in Rheinland-Pfalz Einwohner haben“, so die Forstministerin. „Zudem sind rund 25 Prozent der Bäume, die dieses Frühjahr gepflanzt wurden, vertrocknet und müssen im Herbst nachgepflanzt werden. Jetzt können wir nur hoffen, dass es noch weiter regnet, damit die Forstleute mit den Herbstpflanzungen beginnen können. So sorgen sie für vielfältige Mischwälder, die hoffentlich besser mit zunehmender Trockenheit und Hitze zurechtkommen“, sagt Höfken. Ursprünglich war geplant, dass die Forstministerin am heutigen Freitag die Pflanzsaison im Lennebergwald eröffnet. Doch trotz der Niederschläge in den vergangenen Tagen ist es noch zu trocken.
Hier vor den Toren von Mainz hat die Klimakrise weitere unmittelbare Auswirkungen auf alle Waldbesuchenden: Teile des Lennebergwalds sind seit dem Sommer für Waldbesucherinnen und -besucher gesperrt. Wegen der Dürre sind viele Bäume ganz oder teilweise abgestorben, deshalb können Äste abbrechen oder Bäume umstürzen und so zur Gefahr für Waldbesuchende werden.
„Die Wälder in Rheinland-Pfalz speichern rund ein Viertel der CO2-Emissionen unseres Landes, sind Lebensraum für zahlreiche Tiere, Pflanzen und Pilze, liefern uns den umweltfreundlichen Rohstoff Holz und geben rund 51.000 Menschen im Land einen Arbeitsplatz. Natürlich sind die Wälder auch ein wichtiger Ort zur Erholung. Ist der Wald weg, fehlt das alles. Daher rufe ich alle dazu auf, sich an der Aktion von Landesforsten zu beteiligen und das Klima und damit unsere Wälder zu schützen“, so Höfken weiter.

Klimafreundliches Handeln wird durch Preise belohnt
Nach dem Motto „Du brauchst den Wald und der Wald braucht dich“ sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihr Herz für den Wald in Rheinland-Pfalz zu zeigen und sich aktiv für die Zukunft des Waldes einzusetzen. Dazu werden Mitmach-Aktionen zum Klimaschutz unter www.meinwaldklima.de  und in einem eigenen Aktionsheft angeboten. Wer sich beteiligt, hat die Chance auf klimafreundliche Preise aus den Bereichen Energie, Mobilität und Konsum. Erste Preise für die Beteiligung an der Fotoaktion werden bereits in einer Woche ausgelost, weitere Verlosungen folgen. Das Heft wird von den Forstämtern ausgegeben, kann aber auch einfach per E-Mail über die Webseite abgerufen werden.
Die Initiative „MeinWaldKlima“ arbeitet dabei mit einer klaren Bildsprache. Sie zeigt, was der Wald alles für uns leistet und stellt dem gegenüber, wie der Wald durch die Klimakrise zerstört wird. So schenkt der Wald einerseits Luft zum Atmen, wird aber andererseits durch die Auswirkungen fossiler Energien zerstört.
„Dieser Ansatz der Initiative ist nur zu begrüßen“, so Höfken. „Denn wer dem klimakranken Wald wirklich helfen will, der muss die Ursachen bekämpfen. Nur konsequente CO2-Einsparung, ein Ende der Nutzung fossiler Energieträger und der massive Ausbau der Erneuerbaren können die rasant fortschreitende Erderhitzung aufhalten.“
Mit der Initiative MeinWaldKlima setzt das Forstministerium das Engagement für den Wald und das Klima weiter fort. Auf politischer Ebene hat es unter anderem bereits Anfang des Jahres eine Waldklimaprämie vorgeschlagen, wonach Waldbesitzende eine finanzielle Honorierung erhalten sollen, gebunden an ökologische Kriterien. Denn der Wald bringt viele gesellschaftliche Leistungen, von denen alle profitieren. Gleichzeitig steigen aber die Ausgaben der Waldbesitzenden, unter anderem für Verkehrssicherung und zur Pflanzung. Auch auf praktischer Ebene hat die Forstministerin viele Maßnahmen zum Schutz des Waldes eingeführt – unter anderem einen Fällstopp für alte Buchen, wonach das Kronendach im Wald geschlossen bleiben soll und damit die Hitzeeinwirkung vermindert werden soll. MeinWaldKlima richtet sich nun an die ganze Gesellschaft und ruft alle Menschen dazu auf, den Wald zu schützen.

Website mit Möglichkeit zur Bestellung des Aktionsheftes: ► www.meinwaldklima.de
 
► https://www.wald.rlp.de/nc/de/start-landesforsten-rheinland-pfalz/service/nachrichten-uebersicht/einzelnachricht/news/detail/News/hoefken-klima-schuetzen-wald-retten/

Der Lennebergwald in Zeiten von Corona

Der Lennebergwald leidet. Die letzten Hitzesommer mit ihren Dürrezeiten habe dem einst so grünen und gesunden Wald massiv zugesetzt. Der Grundwasserstand ist trotz ergiebiger Niederschläge in den Wintermonaten bei weitem nicht wieder auf Normalstand. Es werden weitere Bäume absterben. Vorschädigungen, z.B. durch starken Mistelbefall* sind deutlich sichtbar. Die überall sichtbaren massiven Schäden konnten noch lange nicht alle beseitigt werden. Weitere Schäden sidn zu erwarten. Die Bedingungen für Schädlinge und Pilzbefall sind zu gut derweil die Sicherungsmaßnahmen, die Wiederaufforstungsbemühungen, Wildschäden, schlechteste Holzpreise an den  Erträgen nagen. Das Team um Förster Dorschel leistet übermenschliches, trotzdem fährt der sonst wirtschaftliche Forstbetrieb nun Verluste ein.

 

Und nun kommt Corona noch dazu!

Rd 1 Millionen Besucher tummeln sich Jahr für Jahr im Lennebergwald und Corona verstärkt den Trend. Die Leute sehnen sich nach Natur und Bewegung. Das ist unter Beachtung der Regeln auch ok, aber oft werden diese  missachtet: Sperrungen von Spielplätzen, Aufenthaltsorten (i.d.R: durch Flatterbänder deutlich markiert) werden ignoriert und vor allem die Wegepflicht wird missachtet. Der ohnehin stark geschädigte Wald muss auch noch "wilde" Trails aushalten, die quer durch das Gelände entstehen. Hier toben sich Biker illegal aus. Das Radfahren ist auf Waldwegen, wo es nicht explizit erlaubt ist, grundsätzlich verboten. Immer wieder jedoch reizt es eine gewisse Klientel, gerade die verbotenen Wege zu nutzen oder gar neue abseits der Wege anzulegen, um ihrem Sport zu fröhnen.

DAS IST NICHT OK!

Wir appelieren deshalb an alle Waldbesucher: Bleiben Sie auf den Wegen, resperktieren Sie die Absperrungen, nehmen Sie Rücksicht auf die Natur und natürlich aufeinander.

 

05.08.2020: >SWR: Lebensgefahr wegen Trockenheit im Lennebergwald

Video und Bericht zum Lennebergwaldsterben...

* Mistelbefall

> Spiegel: Klimawandel lässt Kiefernwälder verschwinden (von 2008!)

...was man über die Mistel im wahren Leben sagen kann, ist weniger zauberhaft. Der Kleinstrauch mit dem botanischen Namen Viscum album schmarotzt auf Bäumen; er bohrt seine Saugwurzeln in Kiefern, Tannen und Laubhölzer wie Pappeln und Robinien, zapft die Leitungsbahnen seiner Wirte an und entzieht ihnen Nährstoffe - vor allem aber große Mengen Wasser. Jetzt, bei stetig steigenden Außentemperaturen, wird der wärmeliebende Parasit offenbar zum Totengräber von Wäldern auf Trockenstandorten, die durch den Klimawandel schon heute in akute Wasser- und Existenznöte geraten.

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