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Die Katastrophe nimmt ihren Lauf: Aktuelles Luftbild vom Lennebergwald

Der Wald ist massiv geschädigt. Der Kiefernbestand ist weitestgehend abgestorben.

Der Lennebergwald in Zeiten von Corona

Der Lennebergwald leidet. Die letzten Hitzesommer mit ihren Dürrezeiten habe dem einst so grünen und gesunden Wald massiv zugesetzt. Der Grundwasserstand ist trotz ergiebiger Niederschläge in den Wintermonaten bei weitem nicht wieder auf Normalstand. Es werden weitere Bäume absterben. Vorschädigungen, z.B. durch starken Mistelbefall* sind deutlich sichtbar. Die überall sichtbaren massiven Schäden konnten noch lange nicht alle beseitigt werden. Weitere Schäden sidn zu erwarten. Die Bedingungen für Schädlinge und Pilzbefall sind zu gut derweil die Sicherungsmaßnahmen, die Wiederaufforstungsbemühungen, Wildschäden, schlechteste Holzpreise an den  Erträgen nagen. Das Team um Förster Dorschel leistet übermenschliches, trotzdem fährt der sonst wirtschaftliche Forstbetrieb nun Verluste ein.

 

Und nun kommt Corona noch dazu!

Rd 1 Millionen Besucher tummeln sich Jahr für Jahr im Lennebergwald und Corona verstärkt den Trend. Die Leute sehnen sich nach Natur und Bewegung. Das ist unter Beachtung der Regeln auch ok, aber oft werden diese  missachtet: Sperrungen von Spielplätzen, Aufenthaltsorten (i.d.R: durch Flatterbänder deutlich markiert) werden ignoriert und vor allem die Wegepflicht wird missachtet. Der ohnehin stark geschädigte Wald muss auch noch "wilde" Trails aushalten, die quer durch das Gelände entstehen. Hier toben sich Biker illegal aus. Das Radfahren ist auf Waldwegen, wo es nicht explizit erlaubt ist, grundsätzlich verboten. Immer wieder jedoch reizt es eine gewisse Klientel, gerade die verbotenen Wege zu nutzen oder gar neue abseits der Wege anzulegen, um ihrem Sport zu fröhnen.

DAS IST NICHT OK!

Wir appelieren deshalb an alle Waldbesucher: Bleiben Sie auf den Wegen, resperktieren Sie die Absperrungen, nehmen Sie Rücksicht auf die Natur und natürlich aufeinander.

 

05.08.2020: >SWR: Lebensgefahr wegen Trockenheit im Lennebergwald

Video und Bericht zum Lennebergwaldsterben...

* Mistelbefall

> Spiegel: Klimawandel lässt Kiefernwälder verschwinden (von 2008!)

...was man über die Mistel im wahren Leben sagen kann, ist weniger zauberhaft. Der Kleinstrauch mit dem botanischen Namen Viscum album schmarotzt auf Bäumen; er bohrt seine Saugwurzeln in Kiefern, Tannen und Laubhölzer wie Pappeln und Robinien, zapft die Leitungsbahnen seiner Wirte an und entzieht ihnen Nährstoffe - vor allem aber große Mengen Wasser. Jetzt, bei stetig steigenden Außentemperaturen, wird der wärmeliebende Parasit offenbar zum Totengräber von Wäldern auf Trockenstandorten, die durch den Klimawandel schon heute in akute Wasser- und Existenznöte geraten.

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