Energie vom Dach!

Fundierte Informationen für zahlreiche Budenheimer*innen

OV-Vorstand Nicole Gotthardt-Brauer begrüßte das Podium - Frau Rudolph mit Sohn von der Firma Sonnenkönig, Herr Obermaier von der Verbraucherberatung RLP, Herrn Gräf von den Gemeindewerken - und die zahlreichen Gäste, die der Einladung gefolgt waren.

Warum "wir", also die Budenheimer GRÜNEN diese Veranstaltung organisierten erläuterte der Fraktionssprecher Klaus Neuhaus: Klimapolitisch läuft uns die Zeit davon und Budenheim ist noch weit vom selbstgesteckten Ziel entfernt, in 2020 energieautark zu sein. Gerade mal 10% des elektrischen Energieverbrauchs werden in Budenheim erneuerbar erzeugt. Dabei kann jeder und jede etwas tun, entweder auf dem eigenen Dach oder in Form einer Beteiligung an einer zu gründenden Energiegenossenschaft. In beiden Fällen ist die direkte oder indirekte Investition in eine Photovoltaikanlage nicht nur finanziell interessant, sondern auch eine erheblicher Beitrag, klimaschädliches CO2 einzusparen, und das mit 600 gr je erzeugter Kilowattstunde.

Herr Obermaier von der Verbraucherberatung begann mit einer Einführung in Begrifflichkeiten und präsentierte Grundsätzliches zu den Überlegungen, wie groß z.B. eine Anlage sein sollte, welche Dachausrichtungen bevorzugt werden sollten, wieviel Einsparungen man unter welchen Bedingungen erzielen kann. Hier spielen persönliche Lebensumstände genauso einer Rolle, wie natürlich die Art und Beschaffenheit der vorhandenen Dachflächen und die Finanzierungsmöglichkeiten. "Nur mit Süd-Ausrichtung lohnt es sich" ist dabei "Schnee von gestern". Die modernen Module sind robust und leisten ca 300 W. Sie mögen es kühl und hell. Betonung liegt auf hell. Schon diffuses Licht genügt für Strom aus PV.

Frau Rudolph von der Firma Sonnenkönig aus Nieder-Olm erläuterte im Anschluss anhand von 2 konkreten Beispielen, was eine Anlage mit zB. 10 kW Leistung, und u.a. einer 6,5 kW Batterie kostet, wie sie sich über den Zeitrum von 20 Jahren amortisiert und welche Erträge, sowohl in der Leistung als auch finanziell so eine Anlage erzielt.

Als Richtwert kann man sagen, dass sich PV-Anlagen, je nach Ausstattung und Einspeise- bzw. Eigenverbrauchsquote nach 7-10 Jahren selbst finanziert haben und für den weiteren Verlauf entsprechende Erträge bringen. Investiert man als 20tsd Euro, kann von rd. 40 tsd Euro Gesamterträgen ausgehen. ... und die CO2 Einsparung gibt es vom ersten Tag an "gratis" dazu. Interessant ist ein hoher Eigenverbauchsanteil oder auch Autarkiegrad genannt. Wer also 8000 kwH im Jahr produziert und davon 70% selbst verbraucht, fährt deutlich günstiger, als der mit 30% Eigenverbrauchsquote, denn die aktuelle Einspeisevergütung liegt bei knapp 10 Cent je kwh während die zugekaufte kwh im Bundesschnitt aktuell 29 Cent kostet. Es macht also Sinn, sich Gedanken zu machen, wofür man den selbsterzeugten Strom, außer als "Haushaltsstrom" noch einsetzt: z.B. um Wärmepumpen zu betreiben, die sehr effizient die Heizung unterstützen oder Warmwasser erzeugen können oder im Sommer auch kühlen können oder das E-Mobil selbst zu "betanken". Strom ist halt ein universeller Energieträger. Speist man den überschüssigen Ertrag in eine Batterie ein, kann der Autarkiegrad 70% und mehr betragen, einzelne bringen es sogar auf 98% - wie Frau Rudolph aus ihrer Erfahrung zu berichten weiß. Ihre Firma Sonnenkönig mit Sitz in Nieder-Olm arbeitet seit 2006 im Bereich erneuerbare Energien und das ausschließlich.

Bevor Jörg Gräf das Konzept einer Budenheimer Bürger-Energiegenossenschaft vorstellte, wurden zahlreiche Fragen aus dem Publikum gestellt, die vom Podium umfänglich beantwortert werden konnten. Jörg Gräf erläuterte sodann, wie eine Bürger-Genossenschaft ins Leben gerufen werden kann und welchen Zweck sie hat. Abgekürzt wird damit verfolgt, Mittel für den PV Ausbau in Budenheim zu generieren und den Bürgern die Möglichkeit einer renditesicheren Anlage zu bieten, eine echte Win-Win-Situation. Interessierte werden bald über das Prozedere informiert, bzw. können sich hier auf der eigens eingerichteten Webseite informieren...

Nach rd 2 Stunden endete die informative Veranstaltung mit kleinen Geschenken an die Vortragenden. "So etwas sollte man durchaus wiederholen", war die einhellige Meinung der Anwesenden... in diesem Sinne.

 

Energie vom Dach!

Budenheim ist weit hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. "Energieautark bis 2020" lautete der CDU-Antrag von 2010, dem der Gemeinderat einstimmig zustimmte. Leider ist in dieser Hinsicht zu wenig passiert, denn weniger als 10% des hier verbrauchten Stroms werden in Budenheim erneuerbar erzeugt.

Windkraft ist am Ort nicht möglich, Wasserkraft (Strömungskraftwerk im Rhein) kaum bis, wenn überhaupt nur sehr schwierig umzusetzen, also bleibt nur die Sonne. Die Gemeindewerke unternehmen aktuelle Anstrengungen, auuch in Zusammenarbeit mit der Wohnbau, kommunale Dächer mit Solarthermie und Photovoltaik auszustatten. Auch ist geplant, eine Bürger-Energiegenossenschaft Budenheim zu gründen. Dazu später mehr.

Wir GRÜNE nehmen das Informationsdefizit in weiten Teilen der Bürgerschaft zum Anlass, um im März einen Informationsabend im Bürgerhaus zu veranstalten. Experten aus der Branche stehen den Bürger*innen Rede und Antwort, wie man sein eigenes Dach nutzen kann, um mit einer überschaubaren Investition langfristig aktiven Klimaschutz zu betreiben und dabei erhebliche Einsparungen weit über die Investitionssumme hinaus erzielen kann. 

Wussten Sie...

  • dass eine PV-Anlage mit ca. 5 kW Peak (5000 Watt in der Spitze) nur ca. 5-7 tsd Euro kostet?
  • dass so eine Anlage mehr Strom erzeugt (5 bis 6000 kwh/Jahr) als eine 4-köpfige Familie (3-4000 kwh) verbraucht?
  • dass vom ersten Tag an die Anlage keine weiteren Kosten mit sich bringt?
  • dass in der Summe (Einsparungen bei Stromeinkauf plus Einspeiseerlöse) bis zu 4-stellige Erträge pro Jahr zu erzielen sind?
  • dass damit so eine Anlage sich in wenigen Jahren selbst finanziert und
  • dass darüber hinaus über die Lebensdauer locker 5-stellige Erträge erwirtschaftet werden?
  • dass so eine Anlage pro Jahr rd 2,5 to CO2 einspart?

Vergleichen Sie das mal mit einem Auto...
(Der Wertverlust eines Neuwagens ist im ersten Jahr oft höher, als eine Solaranlage samt Installation kostet.)