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Bericht über die Infoveranstaltung vom 13.3.2019

Budenheim, den 15.03.2019

Die zahlreichen Besucher erlebten eine kurzweilige und sehr informative Veranstaltung. Magda Dewes (GRÜNE) begrüßte als Moderatorin die Teilnehmer und die Gäste aus der Kommunalpolitik und die zahlreichen Bürger*innen im nahezu voll besetzten kleinen Bürgerhaus. Klaus Neuhaus (Fraktionssprecher) stellte den Sachstand des Projektes in den Gremien dar und warum man "schon jetzt" diese Veranstaltung durchführt und nicht erst die landesplanerische Stellungnahme abwarten wollte, die im Falle eines negativen Bescheides, das "Aus" für die Bebauung bedeuten würde. Neuhaus führte aus, dass nur noch wenige Sitzungen der Gremien bis zum Ende der Legislatur stattfinden. Bis nach den Neuwahlen Ende Mai die Gremien wieder konstituiert und arbeitsfähig sind, ist locker ein halbes Jahr verstrichen, wertvolle Zeit, die bei dem ambitionierten Zeitplan für das Projekt hinterher nicht mehr aufzuholen ist.

Tim Gemünden von der BG Grundbesitzgesellschaft mbH & Co stellte anschließend das Projekt vor, ging auf die Möglichkeiten und Chancen ein, erläuterte das sehr moderne Energiekonzept, das aus der Feder von Prof. Giel (Hochschule Mainz) stammt. Die Fa. wurde bereits vom Landkreis für ihr Engagement im Klimaschutz ausgezeichnet. Dreh und Angelpunkt sind jedoch zunächst die Altlasten des ehemaligen Industriegebietes, auf dem sich nicht nur Lokschuppen und Wartungshallen befanden sondern auch jahrzehntelang eine sogenannte "Bürgermeisterdeponie" betrieben wurde und eine Schießsportanlage genutzt wurde. Eine Bodenaufbereitungsanlage, die einen Großteil der Verunreinigungen mittels mechanischer Bearbeitung aus dem Boden herausholen soll, gehört deshalb zum Gesamtkonzept dazu. Die Laufzeit dieser Anlage soll begrenzt werden, was auf wenig Begeisterung beim Betreiber stößt.

Dr. Jo Dechent (GRÜNE) stellte sodann den im Gemeinderat gestellten Antrag und die darin enthaltenen Eckpunkte vor, die bei der Ausgestaltung des städtebaulichen Vertrages zwischen Gemeinde und Investor Niederschlag finden sollen. Hier der Antrag, der inhaltlich weitestgehend mit den Wünschen aller im Gemeinderat vertretenen Fraktion übereinstimmt. Der Antrag wurde wunschgemäß und einstimmig in den Bau- und Umweltausschuss verwiesen. Neben den ökologischen und energetischen Beweggründen stellt Dechent vor allem den Wunsch nach bezahlbaren Wohnraum in den Vordergrund. 25% der künftigen Wohnungen sollen sozial gefördert werden. Mit einer Vereinbarung in dieser Höhe bestehen auch besondere Fördermöglichkeiten seitens des Finanzministeriums des Landes. Der Investor führt zu diesem Zweck bereits Gespräche mit der Budenheimer Wohnbau. Zu der Wunschquote von 25% wollte Gemünden jedoch nichts sagen.

Im Anschluss stellte Thomas Sapper von Haus 4.0 seine in Bad Kreuznach umgesetzen Konzepte (mit dem Umweltpreis des Landes geehrt) vor. Das Solar Quartier Bad Kreuznach ist eine Deutschlandpremiere 2018:Das bundesweit erste energetisch vernetzte AktivPlus-Quartier entsteht im Bad Kreuznacher Neubaugebiet „In den Weingärten“.

Im Anschluss konnten die anwesenden Gäste noch Fragen stellen. Im Fazit bleibt festzustellen: Hinsichtlich nachhaltigem Bauen und größtmöglicher Energieeffizienz gibt es noch viel zu tun, vor allem in den Köpfen der an der Planung beteiligten Menschen in den Verwaltungen, in den Planungsbüros und bei den Bauherren und Bauträgern. Die in diesem Projekt agierenden Firmen sind da schon recht weit und haben zahlreiche Erfahrungen gesammelt und wurden schon mit Umweltpreisen ausgezeichnet. Es wäre das erste Baugebiet in Budenheim, das im Hinblick auf das Energiekonzept neue Wege geht und der Klimaproblematik weitestgehend gerecht wird. 

Wer Fragen zum Projekt an den Investor hat, kann diese unter der E-mailadresse elog@gemuenden-bau.de stellen.

Pünktlich kurz vor 21 Uhr endete die Veranstaltung.

Am Rande: Das um 21 Uhr beginnende CL-Spiel Bayern München gegen Liverpool endete mit 1:3 und dem erneuten Ausscheiden der Münchner aus dem CL im Achtelfinale. 

Bebauung des Dyckerhoff-Geländes - Altlasten erfordern Bodenaufbereitung

Pressemitteilung - GRÜNE sehen Chancen und Risiken

Budenheim, den 15.02.2019

Das zentrale Thema des letzten Treffens der Budenheimer GRÜNEN waren die Planungen der Firma BG Grundbesitzgesellschaft mbH & Co. KG zum Dyckerhoff-Gelände. Das Gelände ist ca. 6,3 ha groß, es liegt östlich vom Schwarzenbergweg. Anlass war die letzte Gemeinderatssitzung in der der Rat beschlossen hatte, die Pläne zur Revitalisierung des Dyckerhoff-Geländes der Kreisverwaltung zur Prüfung und Stellungnahme vorzulegen. Weiter beschloss er, mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen.

Der Investor plant eine Bebauung des Dyckerhoff-Geländes mit ca. 230 Wohneinheiten und - da das Gelände verunreinigt ist - den Bau einer Bodenaufbereitungs-Anlage. Die geplante Anlage soll die mit Altlasten verunreinigten Böden des Plangebietes aufbereiten und darüber hinaus für die Behandlung von verunreinigten Materialien aus der Region zur Verfügung stehen. Es gibt nur wenige Anlagen dieser Art und der Bedarf an Bodenaufbereitung in der Region ist groß.

Die Budenheimer GRÜNEN sehen in der Bebauung eine gute Chance, mehr bezahlbaren Wohnraum in Budenheim zu schaffen. Mit dem Investor sollte deshalb vereinbart werden, dass 25% der Wohneinheiten sozial gefördert werden.

Angesichts der notwendigen Anstrengungen zum Klimaschutz ist es unbedingt notwendig, nachhaltig und zumindest energieneutral zu bauen. Es gibt gute Beispiele, wie ein solches Gebiet entwickelt werden kann, erklärte Dr. Josef Dechent beim letzten GRÜNEN-Treffen. Beispiele aus der Region seien das Neubaugebiet „In den 30 Morgen“ in Wackernheim und das mit einem Umweltpreis prämierte Projekt „Solar-Quartier“ im Bad Kreuznacher Baugebiet „In den Weingärten“.

Er führte weiter aus, dass darauf geachtet werden müsse, dass der Betrieb der Bodenaufbereitungs-anlage zeitlich begrenzt werde und dass naturnahe Flächen, wie z.B. der Baumbestand am Schwarzenbergweg als Wildbrücke zu den Rheinauen erhalten bleiben müssen.

Die Budenheimer GRÜNEN wollen zusammen mit Bürgermeister und Gemeinderat möglichst frühzeitig einen breiten Konsens für die Ziele und Vorgaben der Projektentwicklung erarbeiten, welcher dann in den städtebaulichen Vertrag einfließen soll. Deshalb ist es nach Ansicht der GRÜNEN wichtig, jetzt mit der Diskussion zu beginnen und keine Zeit unnötig verstreichen zu lassen, schließlich, so ließ der Inverstor wissen, verlangen die komplexen Zusammenhänge zeitnahe Entscheidungen.

Die GRÜNEN werden für die nächste Gemeinderatssitzung einen entsprechenden Antrag stellen.  

GRÜNER Antrag für den Gemeinderat

Antrag zu der in der Sitzung des Gemeinderates am 16.1.2019 beschlossenen Beauftragung der Gemeindeverwaltung zu zeitnahen Verhandlungen mit dem Investor BG Grundbesitzgesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz in Ingelheim mit dem Ziel des Abschlusses einer städtebaulichen Rahmenvereinbarung bzw. eines städtebaulichen Vertrages (§ 11 Baugesetzbuch) für das Projekt „Revitalisierung des ehemaligen Dyckerhoff-Geländes an der Mainzer Landstraße" .

Der Gemeinderat möge zur Stärkung der Verhandlungsposition der Verwaltung ein Eckpunktepapier beschließen, welches die Ziele und Vorgaben der Gemeinde Budenheim für die Entwicklung des ehemaligen Dyckerhoff-Geländes beschreibt.

Der Antrag soll dazu zunächst an den Bau- und Umweltauschuss verwiesen werden und dort in der nächsten Sitzung behandelt werden.

Die Ergebnisse sollen dem Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung zur weiteren Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.
1. Es soll vereinbart werden, dass 25% der Wohneinheiten sozial geförderter Wohnraum werden.
2. Das Wohngebiet soll besonders energieeffizient gestaltet werden.
3. Der Baumbestand im westlichen Bereich des Geländes soll erhalten bleiben.
4. Es sind dezentrale Regenrückhaltesysteme vorzusehen, die bei Starkregenereignissen für Entlastung der Kanalisation sorgen.
5. Der Betrieb der Bodenaufbereitungsanlage soll zeitlich begrenzt werden.
6. Begegnungsflächen, Straßenbäume und Begrünung sind vorzusehen.

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