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Der Radweg auf der neuen Brücke wird zum Schildbürgerstreich.

Hier kann man sich die o.a. Plan (auch auf www.budenheim.de bereitgestellt) ► komplett herunterladen.

Die 2. Anbindungsbrücke

Schon bald soll der Bau beginnen - aber in der Planung ist der Wurm

Seit Jahren wird sie geplant, und seit Ende 2019 werden bereits vorbereitenden Arbeiten im Gelände durchgeführt. Der Aufkauf der benötigten Grundstücke von zahlreichen Inhabern war alles andere als einfach und kostete die Verwaltung viel Zeit. Mitte 2021 war es dann geschafft, alle benötigten Grundstücke sind unter Dach und Fach, auch die Umsiedlungen von Tieren und die Herstellung von Ausgleichsflächen ist bereits in 2020 vorangetrieben worden.

Der Radweg sollte eigentlich auf die Nordseite der Brücke, ist im Plan aber auf der Südseite eingezeichnet.

Schon vor Jahren haben wir bei den ersten Besprechungen der Pläne zur neuen Brücke angeregt, den Fuß/Radweg auf die Nordseite der Brücke zu verlegen. Dieses würde nicht nur für die Radler sicherer sein, sondern die Option bewahren, dass zu einem späteren Zeitpunkt der parallel zur Landstraße verlaufende Feldweg zu einem kreuzungsfreien Radweg bis Mombach ausgebaut werden könnte. Damals sagte man uns, dass diese "Details" erst später geplant werden und man das berücksichtigen wolle.

In einer Online-Sondersitzung des Gemeinderats am 30. Juni 2021 unter Leitung des 1. Beigeordneten Andreas Weil wurden weitere Beschlüsse gefasst, damit das Bauvorhaben fortgeführt werden kann. Dabei tauchte erstmals ein Detailplan auf, der den Fuß/Radweg nun doch auf der Südseite der Brücke zeigt. Kommt es so, werden Radler aus Richtung Budenheim gezwungener Maßen zweimal vor einer roten Ampel warten, um in Richtung Mainz fahren zu können. Radler, hingegen, die aus Mainz kommend, z.B. den Feldweg nutzen, müssen die Anbindungsbrücke über zwei Inseln queren um auf den Radweg zu gelangen. Dies wäre ein Gefahrenpunkt erster Ordnung, denn rechtsabbiegenden LKW, die über die Brücke wollen, sind eine stetige Gefahr für Radler, wie man von vielen tödlichen Unfällen weiß, weil LKW-Fahrer die Radler beim Rechtsabbiegen oft genug nicht beachten.

Planer bauen unnötige Gefahrenstellen ein!

Nun trotzdem die Planung so durchzuziehen zeugt von Planern, die anstatt kreuzungsfreie Radwege zu planen, Gefahrenstellen unnötiger Weise in Kauf nehmen. Das ist leider seit Jahrzzehnten die geübte Verkehrsplanung à la Landesbetrieb Mobilität: Autos haben stets Vorrang, Radwege hingegen sind schlecht ausgebaut und haben untergeordnete Priorität, "Radler können ja vor Ampeln warten". "GRÜN" müssen diese eben anfordern und wenn es so ist, eben ein paar Minuten warten, bevor die Fahrt fortgesetzt werden kann. Passiert das mehrfach auf einem Pendlerweg, muss man sich nicht wundern, wenn Ampeln bei Rot gequert werden. Aber dann sind ja die Radler Schuld...

"Aber dass der Weg auf der Südseite liegt, ist ja noch garnicht festgelegt," so die Auskunft vom Planungsbüro während der Sitzung.

Daraufhin stellten wir den ► Antrag zum Gemeinderat am 14.7., wonach der Radweg auf die Nordseite verlegt werden soll.
In der Sitzung vom 14.7. präsentierte dann Herr Grieser, der technische Vorstand der Gemeindewerke, eine Planskizze, in der nun doch die angeblich noch nicht endgültige Planung festgeschrieben wurde. Der Radweg ist und bleibt auf der Südseite. Einem Autofahrer ist das natürlich egal, aber was ein Radler oder Fussgänger an diesem Totpunkt soll, weiß keiner. Mit dem Bus nach Budenheim zurückfahren? Das ist für Fußgänger genauso absurd wie für Radler? Ach ja, die sollen "GRÜN" anfordern und warten--- warten--- endlich auf der anderen Seite, nochmal "GRÜN" anfordern, wieder warten--- warten--- Bis man also endlich weiter kommt, sind 2 Ampelphasen abzuwarten. Ein Affront gegen Radler zu Gunsten der Blechjunkies. So, liebe Planer, wird das nix mit der Mobilitätswende.

Und dabei wurden 2020 nahezu 2 Millionen Pedelecs/e-Bikes in Deutschland  verkauft. Da rollt was auf die Verkehrswegeplaner zu, was sie offensichtlich noch nicht verstanden haben.

 

Der aktuelle Radweg von Budenheim nach Mainz ist eine Zumutung...

Ein Auto fährt die 2,9 km Strecke vom "Rewe Budenheim" bei meistens grünen Ampeln und ohne Verkehrsstau bis zur Abbiegung nach Mombach hinter der Autobahnbrücke in weniger als 3 Minuten. Ein Radler hat durch die Zwangsumwege schon etwas über 3 km zu fahren und braucht 10 Minuten, würde er durch den Wiesenweg (3,7 km) fahren (was ja der Pendlerradweg werden soll) braucht er schon 13 Minuten. Allein an diesem kleinen Stück kann man sehen, wie fehlerhaft die Radwegeplanung in Deutschland ist. Der Begriff Mobilitätswende ist den Planern noch ein Fremdwort und deshalb machen sie immer wieder die gleichen Fehler.

Wer nicht mit dem Rad fährt, sollte sich diese Hindernisfahrt aus Verständnisgründen mal gönnen. Wer die Bingerstraße in Budenheim "überlebt" hat, fährt ab Rewe "Auf der Bein", einer Parallelstraße zur Mainzer Landstraße. Am Ende des Abschnitts worbei an parkenden Autos geht es noch ein Stück auf Asphalt parallel zum Wäldchenlöch, dann bergab wieder ran an die Mainzer Landstraße, nunmehr auf Pflastersteinen. Der kombinierte Fuß/Radweg ist auch hier schon viel zu schmal und entspricht nicht den Anforderungen der EU, die hier mindestens 3,50 m fordert. Ab Schwarzenbergweg wird es richtig gefährlich, denn Radler/Fussgänger (für beide Fahrrichtungen aus und in Richtung Mainz) werden per Gebotsschild gezwungen, auf dem stellenweise nur 1,80 m breiten Weg miteinander auszukommen. Von reichlich Überwuchs im Sommer ganz zu schweigen. Wie schon gesagt, 3,50 m sind vorgeschrieben.

Man radelt parallel zum Dyckerhoffgelände weiter an heute 5 Ein-/Ausfahrten (Wird die Dyckerhoffbebauung kommen, dann sind es noch weitere Ein- und Ausfahrten) zu Gewerbebetrieben / Speditionen bis zur Parkallee und steht dort garantiert vor der roten Ampel. Zwangspause, denn "GRÜN" muss angefordert werden... warten... weiter geht es auf einer merkwürdigen Mischung aus Industrieanbindung (vor der großen Bootshandlung) bis  "In den Vierzehn Morgen". Der Radler muss dem tiefen Schwenk ca. 80 m folgen um dann die "Vorfahrt" achtend die Straße zu queren und auf einem Wirtschaftsweg weiter zu radeln. Das gleiche folgt "Am Schwarzen Weg", dort ist der Schwenk noch deutlich tiefer in den Schwarzen Weg hinein...

So geht es bis unter die Autobahnbrücke gefolgt von der Einmündung nach Mombach, die auch rege vom Autoverkehr genutzt wird. Ein weiterer Gefahrenpunkt.

Falsche Beschilderung

zu schmaler Weg